Vor zehn Tagen stellte ich euch mit „Das magische Erbe der Ryūjin“ den Auftakt zu einer Fantasy-Reihe aus der Feder von Stephan Lethaus vor. Während und nach der Lektüre wurde ich immer neugieriger darauf, mehr über die Welt Skaiyles, ihre Helden und magischen Wesen zu erfahren. Daher freue ich mich, dass Stephan Lethaus gerne bereit gewesen ist, mir und euch ein paar Details zur Entstehung seiner Ryūjin Saga zu verraten.


Autorenfoto Stephan Lethaus

Copyright: Bettina Volke Fotografie

Hallo Stephan,

vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir und meinen Lesern ein paar Fragen zu deiner Ryūjin Saga zu beantworten und wir so noch mehr über dich und die von dir erschaffenen Welten erfahren!

„Das magische Erbe der Ryūjin“ ist der erste Band, der in der Welt Skaiyles spielt, und gleichzeitig dein erster Roman. Da du somit noch ein „neues Gesicht“ in der Buchbranche bist, magst du an dieser Stelle vielleicht ein wenig mehr über dich erzählen?

Da gibt es nicht sonderlich viel zu verraten. Seit Mitte der 90er Jahre arbeite ich in den Bereichen Animation und Visuelle Effekte. In meinem Arbeitsleben habe ich sehr viel Zeit damit verbracht Figuren zu entwickeln und Konzepte zu erarbeiten. Im Laufe der Jahre habe ich mir sicherlich einiges an Erfahrung angeeignet, vor allem da ich immer wieder mit ganz tollen Leuten zusammenarbeiten durfte. Selber schreiben wollte ich schon immer, hatte mir das aber eigentlich für „später“ vorgenommen. Aber manchmal sieht das Schicksal Abweichungen von dem Plan vor. Glücklicherweise. 😉

Was mir in „Das magische Erbe der Ryūjin“ besonders gefiel, war dein sehr bildlicher Erzählstil. Es fällt sehr leicht, sich die Geschehnisse und Orte vorzustellen. An etlichen Stellen erinnert mich die Art, wie du in Szenen einsteigst oder die Leser mit Personen vertraut machst, an Erzählweisen, die in Film oder Fernsehserien zum Einsatz kommen. Du selber kommst ursprünglich aus der Medienbranche und hast diverse Filme und Fernsehsendungen produziert, zum Teil auch Regie geführt. Würdest du sagen, dass dich die dabei gesammelten Erfahrungen beim Schreiben in irgendeiner Weise beeinflusst haben bzw. inwieweit haben sie dir dabei geholfen?

Während meiner Arbeit hatte ich das Glück in der ganzen Welt herumzukommen und die unterschiedlichsten Kulturen und fantastische Menschen kennenzulernen. Das ist ein unglaublicher Fundus an Erinnerungen und Eindrücken. Da ich ein sehr visueller Mensch bin, habe ich den Kopf voller Bilder und Szenen. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, wie ich diese Bilder und Szenen nutzen kann um Geschichten zu erzählen und phantastische Welten zu erschaffen. Wenn ich schreibe, tauche ich in diese Welten ein und muss eigentlich nur noch beschreiben, was ich sehe.

Gab es eine Textstelle oder eine Figur, die dir besonders viel Spaß zu schreiben gemacht hat?

Ja, ich liebe die Szenen mit Loke und Alfdis. Mit den beiden wird das Schreiben zu einer Achterbahnfahrt mit ungeahnten Wendungen. Auch für mich. 😉 Das birgt aber auch die Gefahr, dass ich schon mal fast ein ganzes Kapitel wegschmeißen musste. Das Buch hätte sonst ein jähes, ziemlich abruptes Ende nach Kapitel 23 gefunden.

Mit Skaiyles und dem Vancouver aus dem Jahr 2055 hast du zwei völlig verschiedene Welten geschaffen, die ihre ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten und Möglichkeiten haben. In Skaiyles existieren zum Beispiel verschiedene Formen von Magie und diverse magische bzw. mystische Wesen. Das zukünftige Vancouver ist dagegen völlig von komplexer Technologie geprägt. Wie bist du vorgegangen, um bei dieser Vielfalt nicht den Überblick zu verlieren und Logikfehler zu vermeiden?

Die Themen dieser zwei scheinbar gegensätzlichen Welten interessieren mich persönlich sehr stark und ich beschäftige mich auch außerhalb des Schreibens mit ihnen. Ich finde unsere Zeit mit ihren technischen Entwicklungen extrem spannend, habe aber auch Kulturen kennengelernt, in denen Geister und Magie sehr greifbar sind. Ich glaube fest daran, dass sie sehr gut miteinander harmonieren können. In Indien findet man immer wieder Darstellungen des uralten Elefantengottes Ganesha. Früher wurde er oft mit einem Buch dargestellt, aber inzwischen sieht man ihn immer häufiger mit einem Laptop. Beachtet man die Prinzipien und Funktionsweisen dieser Welten, schafft man es eigentlich ganz gut den Überblick zu behalten. Logikfehler werden auftreten. Das liegt aber auch daran, dass keine dieser Welten perfekt ist.

Etwas, das mir beim Lesen persönlich sehr gut gefallen hat, war die Feenwiese vor Alryne: Wird ein Mensch von einer Fee berührt, übertragen sich ihre Emotionen verstärkt um ein Vielfaches auf ihn und können ihn so regelrecht „außer Gefecht“ setzen. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Gibt es vielleicht eine Legende, in der von solchen Feenwiesen erzählt wird?

Nein, ich glaube, so eine Legende gibt es nicht, oder zumindest weiß ich von keiner, wohingegen das Prinzip des Feenstaubes ja schon sehr alt ist. Ich mag das Bild des glitzernden funkelnden Sternenstaubes. Und dass Feen sehr launisch sind, weiß auch jedes Kind. So lag es nahe diese Eigenschaften miteinander zu verbinden.

Deine Charaktere haben zum Teil sehr sprechende Namen: Fuku Riu ist in Japan die Bezeichnung für einen glücksbringenden Drachen; der Magier Mortemani trägt das lateinische Worte für „Tod“ in seinem Namen und der Name von Robs Freund Rune bedeutet so viel wie „verborgenes Wissen“ oder „geheime Weisheit“. Magst du uns dazu noch ein wenig mehr verraten?

Natürlich mache ich mir Gedanken zu den Figuren und versuche passende Namen zu finden. (Manchmal kostet mich das Stunden.) Wusstest du, dass Gandalf „der Elf mit Zauberstab“ bedeutet? Ich persönlich mag es, wenn Figuren stimmig sind und wenn ich dazu einen passenden Namen finde, umso besser.

Band 1 deiner Ryūjin Saga ist zwar erst seit zwei Monaten auf dem Markt, aber kannst du uns schon ein wenig darüber verraten, was deine Leser in der Fortsetzung erwarten wird? Geht es vielleicht zurück nach Vancouver oder bleiben wir vorerst in Skaiyles? Und was kommt auf die einst besten Freunde Rob und Pantaleon zu?

Der nächste Band spielt noch in Skaiyles, das kann ich schon verraten. Wir werden von einer lieb gewonnenen Person Abschied nehmen müssen, finden aber auch neue spannende Freunde. Mehr wird nicht verraten.

Du machst es also spannend! Ich grübel jetzt, von wem wir uns wohl trennen müssen und bin außerdem noch ganz erstaunt über Ganesha am Laptop. 😉

Lieben Dank, Stephan, dass du uns so viele interessante Hintergründe zu deinem ersten Roman und deiner Arbeit als Autor erzählt hast! Ich wünsche dir weiterhin so viele großartige Ideen und Inspiration und freue mich auf Band 2 der Ryūjin Saga!


Meine lieben Blogleser, ich hoffe, Stephan Lethaus und ich konnten euch nun noch neugieriger darauf machen, die Welt von Skaiyles selbst zu entdecken?

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