Wer Bücher liebt und sich regelmäßig in den diversen Sozialen Netzwerken aufhält, stößt früher oder später  auf sie: Buchboxen, deren Inhalt eine Überraschung bleibt, bis der Empfänger sie öffnet. Auch ich wollte schon länger eine solche Überraschungsbuchpost ausprobieren. Allerdings fand ich innerhalb Europas keine Box, die mich wirklich ansprach (zu viel Merchandise für meinen Geschmack 😉 ) und der Versand einer Box aus den USA oder Kanada kam für mich aufgrund des damit verbundenen Zoll-Trubels nicht in Frage. Als ich im November auf The Willoughby Book Club aus Großbritannien stieß, schien ich endlich das Richtige für mich gefunden zu haben.

Beim Angebot des Willoughby Book Clubs handelt es sich um ein Buch-Abonnement, im Rahmen dessen ihr ganz minimalistisch zum Monatsbeginn jeweils ein Buch erhaltet. Das Besondere hierbei: Um Enttäuschungen bei der Überraschungspost zu vermeiden, wählt man im Vorfeld einen Themenbereich aus, z. B. Kinderbücher (gestaffelt nach Altersstufen), Naturgeschichtliches oder auch ein buchiges Doppelpack für Paare. Anschließend macht man noch ein paar Angaben zum eigenen Lesegeschmack, beispielsweise zu Lieblingsbüchern und -autoren oder sonstigen Vorlieben. So gab ich unter anderem an, dass ich Orwell, Kinderbücher und Schmuckausgaben mag.

Zu guter Letzt wird ausgewählt, wie viele Monate man das Abo in Anspruch nehmen möchte – möglich sind drei, sechs und zwölf Monate. Ich selbst habe mich für ein dreimonatiges Klassiker-Abo entschieden. Für drei Bücher zahlte ich insgesamt  £ 34,99 plus einmalig £ 9,99 Porto nach Deutschland. Da es zum Zeitpunkt meiner Bestellung glücklicherweise eine Sparaktion gab, erhielt ich noch 10 % Rabatt, sodass ich letztlich £ 40,49 bzw. rund 47 € zahlte – ein mehr als fairer Preis.

Anfang Dezember durfte ich mein erstes Päckchen öffnen – und war sofort hin und weg! Denn das Team verpackt jedes Buch mit sehr viel Liebe – etwas, das ich zwar schon auf der Homepage sah, aber erst „offline“ richtig zu schätzen wusste. Erhalt und Auspacken der Überraschungspost bekamen so einen besonderen Charme und statt die Verpackung vorfreudig aufzureißen, nahm ich mir automatisch Zeit und zelebrierte das Auspacken regelrecht.

Sogleich zeigte sich auch, dass das Willoughby-Team tatsächlich für jeden Kunden jedes Buch bewusst auswählt, denn mein erstes Überraschungspaket enthielt die Dystopie „Catch-22“ – eine klare Entscheidung auf Basis meiner Orwell-Begeisterung. „Catch-22“ war eines jener Bücher, die mir gelegentlich begegneten und daher auf meiner gedanklichen Merkliste standen, sodass die Auswahl im ersten Abo-Monat perfekt für mich war.

Zusätzlich gab es als kleine Willkommensgeste ein paar bibliophile Beigaben in Form von Button, Sticker und Lesezeichen – sowie ein kleiner Gruß mit einer Illustration von John Tenniel aus „Alice im Wunderland“, einem meiner Lieblingsbücher. (Den Willkommensgruß könnt ihr übrigens auch selbst festlegen, was vorteilhaft ist, wenn das Abo ein Geschenk sein soll.)

Die zweite Lieferung im Januar bewies mir dann, dass das Willoughby-Team meinen vielschichtigen Lesegeschmack und meine Vorliebe für edle Ausgaben verinnerlicht hatte: Nach der Dezember-Dystopie erreicht mich mit einer Schmuckausgabe von „Peter Pan“ nun ein Kinderbuchklassiker. Kurz war ich ein wenig hin und hergerissen, ob ich das Buch behalten soll oder nicht, denn ich hatte bereits drei englisch- und deutschsprachige Ausgaben im heimischen Regal. Doch die Ausgabe, die mir der Willoughby Book Club zukommen ließ, war eine fast perfekte Schönheit (zur Perfektion fehlten noch Illustrationen 😉 ). Also sagte ich mir: „Bei drei Exemplaren im Haus kommt es auf ein viertes auch nicht mehr an.“ Peter durfte bleiben.

Ein Umtausch des Buches wäre allerdings kein Problem gewesen – diesen Service bietet The Willoughby Book Club bei bereits vorhandenen Büchern an und den Berichten anderer Abonnenten zufolge klappt der Umtausch reibungslos. Mir persönlich wäre wegen eines einzigen Buches der Aufwand des interkontinentalen Versands aber zu hoch gewesen.

Mit Paket Nummer 3 ließ mir The Willoughby Book Club schließlich ein Buch zukommen, das ich vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte: E. M. Forsters „A Room with a View“. Den deutschen Titel „Zimmer mit Aussicht“ hatte ich natürlich schon das ein oder andere mal gehört, aber die Buchvorlage und der grobe Inhalt waren mir unbekannt. Ohne das Buch-Abo wäre mir dieser Titel vermutlich noch länger entgangen und ich bin gespannt, ob die Geschichte ebenso meinen Geschmack treffen wird wie das Cover oder die vorherigen Titel.

Als kleine Beigabe, die mir im Übrigen genauso gut gefallen hat wie das eigentliche Buch, gab es noch eine Postkarte mit einem Zitat von Roald Dahl, dem ich mich nur anschließen kann:

„So, please, oh please, we beg, we pray, go throw your TV set away,
and in its place you can install, a lovely bookcase on the wall“

Fazit:

Ein großartiger Service, der sich statt auf Kommerz oder Merchandise auf die Liebe zum Buch konzentriert. Ich bin begeistert, Fan geworden und werde garantiert bald wieder ein Abo in Anspruch nehmen.

Selbst ausprobieren? Dann klickt euch zu thewilloughbybookclub.co.uk. 🙂