Wie ihr wisst, war 2015 für mich sehr turbulent. Es gab viele Veränderungen – privat, beruflich, lese- und blogtechnisch. Eine Konstante in diesem aufwühlenden Jahr stellte für mich Benjamin Lacombe dar. Seine Kunst und seine Bücher begleiten mich seit Jahren, 2015 aber in besonderem Maße. Denn in diesem Jahr hatte ich das Glück, Benjamin Lacombe mehrfach live zu erleben.

Das erste Mal war zum Messesamstag der Leipziger Buchmesse. Lacombes Präsentation hatte ich zwar wegen eines anderen Termins verpasst, doch zumindest die Signierstunde von ihm und seinen regelmäßigen Co-Autor und Partner Sébastien Perez konnte ich noch mitnehmen. Gleich am nächsten Tag konnte ich die verpasste Präsentation nachholen – und das sogar noch in umfangreicherem Maß, denn Benjamin Lacombe stattete meiner Herzensstadt Erfurt zum zweiten Mal einen Besuch ab. Im Café Nerly verriet er uns – in Übersetzung durch Reinhard Brass – von der Entstehung seines Buches „Madame Butterfly“, aber auch von seiner ersten Graphic Novel „Leonardo & Salaï“, in der er die Beziehung zwischen Leonardo da Vinci und seinem Assistenten portraitiert und darlegt, wie dieses Verhältnis Leonardos Kunst beeinflusste. Auf meine Nachfrage hin verriet Benjamin Lacombe dann auch noch etwas zu seinem Superhelden-Handbuch, für das er erstmals 3D-Illustrationen anfertigte. Zu guter Letzt kam natürlich die fast schon obligatorische Signierstunde, bei der der sympatische Künstler sich viel Zeit für seine Zeichnungen und den Austausch mit Fans nahm. So plauderte er mit meinem Liebsten und mir beispielsweise über Harry Potter, über die von ihm illustrierte Ausgabe von Victor Hugos „Notre Dame de Paris“, den damit verbundenen Aufwand und der daraus resultierenden Erkenntnis, dass es ein einmaliges Projekt war (von unserem Traum einer illustrierten Ausgabe von „Les Misérables“ mussten wir uns daher verabschieden 😉 ).

 

 

Ein drittes Mal erlebte ich Benjamin Lacombe schließlich im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse, wo er zusammen mit seinem spanischen Verleger Edelvives sein neuestes Großprojekt „Carmen“ vorstellte, das auf der gleichnamigen Oper beruht und das er nur in Spanien realisieren kann, da die Geschichte für Frankreich oder auch für andere Länder einfach von weit weniger Relevanz ist. Für den französischen Künstler war es das erste Mal, dass er eine Präsentation zu einem Projekt hält, das noch im Anfangsstudium steckt. Das, was Benjamin Lacombe schon verraten und zeigen konnte, war jedoch vielversprechend. So wird sich die Mehrdimensionalität der Opernbühne (Frontstage, Hintergrundkulisse, Seitenelemente …) im Buch wiederfinden und das Motiv der Spinne wird sich durchs Buch ziehen. Lacombe hat sich für dieses Projekt auch sehr viel Neues aneignen müssen, beispielsweise die Fächersprache, die für Epoche der Geschichte ein bedeutendes Element repräsentiert. Neben „Carmen“ zeigte uns Benjamin Lacombe auch Auszüge aus der von ihm illustrierten Ausgabe von „Alice im Wunderland“, die definitiv eines meiner Highlights im Buchregal wird.

 

Außerdem ließ Benjamin Lacombe zum Jahresende erstmals limitierte Kunstdrucke zweier ausgewählter Motive aus „Alice im Wunderland“ für den Verkauf anfertigen. Als jahrelanger Lacombe- und Alice-Fan konnte ich nicht widerstehen und machte mir die Kunstdrucke quasi selbst zum (Weihnachts-)Geschenk. (Ja ja, von dem Geld hätte ich auch eine Woche verreisen können, aber von Reisen bleiben „nur“ Erinnerungen, an den Bildern kann ich mich dagegen auch noch in fünf oder zehn Jahren erfreuen. Abgesehen davon hat die neue Wohnung dank der Bilder noch mehr Wohlfühlcharakter bekommen.)

Die Präsentationen, Signierstunden und Kunstdrucke waren unbestritten die Highlights in meinem Bücherjahr 2015. 2016 wird mich mein Lieblingskünstler hingegen täglich begleiten – dank Terminplaner und Wandkalender mit seinen Bildern. 🙂

Nun fehlt nur noch das perfekte Regal, um auch all meine wunderbaren Lacombe-Bücher angemessen „auszustellen“ …


Lacombe_Kunstdruck_Mad Tea Party Kunstdruck_Alice im Wunderland_Lacombe