Die Sonntagsleserin by Kathrin - tagged: ,

[Die Sonntagsleserin] Juni 2015

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2014 rief Bücherphilosophin Katarina die Rubrik “Die Sonntagsleserin” ins Leben, in der sie jeden Sonntag die Blogbeiträge teilte, die sie im Verlauf der Woche besonders gern gelesen hat. Die Idee fand schnell viele begeisterte Leser und so beteiligten sich immer mehr Blogger am  Sonntagslesen. Ich selbst habe die Sonntagsleserei in diesem Jahr jedoch für mich ein wenig angepasst: Da wöchentliche Beiträge im Stress des Alltags und aufgrund des ungeplanten Dazwischenkommens des Lebens nicht immer realisierbar sind, werde ich nur einmal im Monat meine Blogosphären-Entdeckungen teilen. Jeden ersten Sonntag im Monat werfe ich daher einen Blick zurück auf all jenes, was mir im Vormonat besonders auffiel und meines Erachtens nach von euch entdeckt werden sollte. Im Juni war das Folgendes:

Rezensionen

Von der letzten Vorlesung des Informatik-Professor Randy Pausch im Jahr 2007 hat wohl jeder schon einmal gehört. Die bewegende Rede des an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Professors über die Erfüllung von Kindheitsträumen landete einst im Netz und wurde viral. Mit dem Journalisten Jeffrey Zaslow schrieb Pausch anschließend seine Lebensgeschichte und -weisheiten nieder. Ob das dabei entstandene Buch ebenso zu berühren vermag wie die Vorlesung, verrät euch die Wörterkatze.

Blind zu sein und zugleich taub – das klingt wohl für jeden nach einem Albtraum. Wie leben, wenn man nie eine Sprache erlernt, seine Umwelt nie auf eine Art kennengelernt hat, die einem eine Kommunikation ermöglichen könnte? Wie sich mitteilen oder seine Umwelt erfahren? Für die taubblinde Helen Keller war dies Realität. Anja von Zwiebelchens Plauderecke hat ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte gelesen und zeigt sich beeindruckt.

Wortwichtel bespricht indes eine Lektüre, die ihre Leser eher zwiespältig zurücklässt. In „Tiger, Tiger“ schildert Autorin Margaux Fragoso ihren eigenen sexuellen Missbrauch – und bringt ihrem Vergewaltiger dabei grenzwertig viel Sympathie entgegen.

Interviews

Philipp besuchte für seine Comic Kladde Wormworld-Schöpfer Daniel Lieske und sprach mit ihm über Crowdfunding, ob man als Comiczeichner einen halbwegs guten Lebensstandard führen kann, über Inspiration durch Länder, die man nie bereist hat, die Wormworld-Saga als Lebenswerk und vieles weitere mehr. Alles bestückt mit visuellen Eindrücken aus Daniel Lieskes Arbeit. Sehr lesenswert – nicht nur für Comic-Fans!

Sindy von booksandmore81 lud Constanze Wilken („Der Duft der Wildrose“) zu einem Plausch über das Schreiben, Musik und Wales ein.

Die Klappentexterin hingegen hat im Juni eine ganze Interview-Reihe eingeführt. Unter dem Titel „Talking About Haruki Murakami“ lässt sie Menschen zu Wort kommen, die einen besonderen Bezug zu Murakami – der übrigens vom TIME Magazine zu einer der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten gekürt wurde – haben.

Lesenswertes rund um die Welt der Bücher, Literatur und Blogs

Ute räumt auf ihrem Blog buchstapelweise mit gängigen Vorurteilen gegenüber Hörbüchern und Hörbuchhörern auf.

Tilman von 54books ging der Frage nach, ob Blogger in ihren Besprechungen auf den Erhalt von Rezensionsexemplaren hinweisen müssen und inwieweit man vor diesem Hintergrund von Schleichwerbung sprechen kann.

Und sonst so?

Autorin Marion Schreiner erzählt uns auf ihrem Blog Denkmomente, wie oft sie sich anhören muss, sie sei gar nicht autistisch und solle sich doch gefälligst nicht so anstellen. Nur ein Beispiel dafür, auf wieviel Unverständnis Autisten im Alltag stoßen und wie schnell jemand in unserer Gesellschaft abgestempelt wird. Unbedingt lesen!

Wer lieber eine kleine gedankliche Reise unternehmen möchte, sollte bei fotoswithheart vorbeischauen. Dort nimmt uns Sindy mit zu einem Ausflug auf die Burg Gnandstein, auf der die Zeit seit Jahrhunderten still zu stehen scheint.

Ebenfalls auf Reisen ging es für Miss Booleana. Sie besuchte Sandra von Sani Hachidori in Görlitz und begab sich auf cineastische Spurensuche nach den Kulissen für „Der Vorleser“, „The Grand Budapest Hotel“ und „Die Bücherdiebin“.

13 thoughts on “[Die Sonntagsleserin] Juni 2015

    • Freut mich, dass dir die Auswahl gefällt! Ich glaube, ich habe inhaltlich dieses Mal eine gute Abwechslung drin. Aber letztlich gebührt jedes Lob dir und all den anderen Bloggern, die so wunderbare Beiträge veröffentlichen!

      • Hach das geht ja runter wie Öl 🙂 Ich freu mich auch immer, wenn meine Beiträge gut gefunden werden 🙂 Demnächst gibts einen Artikel über Christy, der dich bestimmt interessiert – aber das dauert noch 1-2 Tage 🙂

        Ich hoffe, euer Umzug ist gut über die Bühne gegangen und es war nicht allzu stressig und heiss 🙂

        • Auf den Beitrag zu Christy bin ich gespannt, nachdem wir ja neulich schon einmal kurz darüber sprachen.

          Wir stecken hier gerade noch in einem Berg aus Kartons und Säcken, in Erfurt befinden sich zudem noch mein Fahrrad und unsere Schallplatten. Aber zumindest sind alle Möbel in der neuen Wohnung. Ich habe eine Küche noch nie so zu schätzen gewusst wie nun, nachdem ich vier Monate auf Kühlschrank, Herd und Co. verzichten musste! 😀

  1. Yay – vielen Dank für die Erwähnung und Verlinkung. 😀 Und die vielen interessanten Links! Die Rede/Vorlesung kannte ich übrigens wirklich nicht, ich schau sie direkt mal.

    • Deine Beiträge sind doch immer wieder eine Erwähnung wert. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht irgendwann die Hälfte der Sonntagsleser-Empfehlungen mit deinen Artikel fülle ;D

      Ich bin überrascht, dass du die Rede von Randy Pausch noch nicht kanntest. Vor ein paar Jahren haben selbst die „großen“ Medien darüber berichtet und da du ja sonst immer super informiert bist, was so im Netz passiert, hätte ich nicht gedacht, dass ich dich eines Tages tatsächlich noch auf so ein virales Video aufmerksam machen könnte 😀 Umso mehr freue ich mich nun darüber 😉

      • Ach, jetzt werde ich aber rot 😉

        Oh je … selbst die großen Medien haben darüber berichtet?? Jetzt fühle ich mich schlecht XD Aber bei sovielen Informationen die jeden Tag auf einen einprasseln…

        • Kann ja niemand alles mitbekommen. Und gelegentlich ist es auch ganz gut, wenn man das ein oder andere virale Video/Foto etc. nicht mitbekommt – es gibt genug Überflüssiges darunter 😉

  2. Zu 54books kann ich nur so viel sagen: Ich halte einen Blogger, der ein Buch liest und rezensiert – egal ob selbst gekauft oder über ein kostenfreies Leseexemplar – für glaubwürdiger, als jene, die zur Verköstigung zu einem Verlag eingeladen werden und darüber in leuchtenden Farben schreiben.Selbstverständlich alles für lau. Wer das mit seinem Gewissen vereinbaren kann? Mhm.. Auf jedenfall jene, die sich (vielleicht auch dadurch) für etwas besseres halten und sich über alles erhaben fühlen. Um das Ganze zu verschleiern, nimmt man sich dann ein Thema als Aufhänger, das so unzählige Male besprochen wurde und in Wirklichkeit niemanden interessiert.

    • Über das Thema lässt sich wohl lange diskutieren. Glaubwürdig kann ich auch diejenigen halten, die für lau irgendwelche Verlage besuchen. Allerdings nur wenn ich den Bloggern länger folge und ein Gefühl dafür bekommen habe, wie sie über Bücher urteilen. Wie ich aber schon bei 54books schrieb, finde ich es schon grenzwertig, sich von einem Verlag Hotel, Verpflegung und An-/Abreise finanzieren zu lassen, weil der Verlag damit durchaus einen positiven (Langzeit-)Effekt bewirken möchte. Ich selbst könnte das auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, da hier einfach auch Summen und Posten einfließen, die nicht notwendig wären. Ein Rezi-Exemplar zu stellen, ist etwas anderes – Blogger und Journalisten können nicht immer jedes Buch selbst finanzieren (zumindest nicht, wenn jede Woche mehrere Büchern besprochen werden sollen) und zudem ist die Bereitstellung von Büchern weniger kostenintensiv für den Verlag. Ein Verlagsbesuch ist dagegen kein Muss, um über Bücher zu berichten und daher auch nichts, was ein Verlag – meines Erachtens – einfach mal so für mehrere Blogger (oder auch Journalisten) mitsamt aller verbundenen Kosten für lau anbieten sollte. Verlage können Blogger und Journalisten gerne in ihr Haus einladen, doch sollte für Unterkunft (,Verpflegung) und Reise jeder Besucher selbst aufkommen. Vielleicht seh ich das auch strenger, weil alle Journalisten und Journalistikdozenten, mit denen ich zu tun hatte, Zuwendungen gleich welcher Art sehr Negativ gegenüberstehen und ich das Grundsatzcredo, dass sich ein Journalist mit einer Sache nicht gemein machen soll, sehr eng sehe und für wichtig erachte. Wenn ich mir die Diskussion bei 54book so ansehe, gibt es ja aber mehr als genug Blogger, die das alles deutlich lockerer sehen.

    • Ich habe deinen Beitrag gerne verlinkt. Deine Rezension hat ja auch einen sehr guten Einblick in das Buch und die kritischen Aspekte gegeben.

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