Sindy von booksandmore81 und Miss Booleana haben mir in den vergangenen Monaten (ja, Monaten!) Blogger Awards verliehen und mich in diesem Zuge dazu verpflichtet, Rede und Antwort zu stehen. Die Awards selbst haben aufgrund ihrer inflationären Verbreitung im Laufe der Bloggerjahre für mich an Reiz verloren, weshalb ich hier auf diese weder näher eingehen möchte, noch werde ich sie weiterreichen. Doch den Fragen und Fakten, mit denen mich meine beiden Bloggerkolleginnen beauftragt haben, möchte ich mich nun endlich einmal widmen.

Beginnen wir mit Sindys Fragen (dann habe ich gleich noch etwas mehr Zeit, mir zu überlegen, welche sieben Fakten ich anschließend über mich preisgebe 😉 ):

1) Seit wann betreibst du diesen Blog?

Mein Blog wird in diesem Monat tatsächlich schon 5 Jahre alt! Am 24. Februar ist Bloggeburtstag und eigentlich wollte ich dann einen großen optischen Relaunch starten. Leider hat das „Real Life“ meine Planung durcheinandergebracht zunichtegemacht, doch dazu später in einem separaten Beitrag mehr.

2) Was motiviert dich zu deiner Tätigkeit als BloggerIn?

Vermutlich die gleichen Dinge wie die anderen Blogger(innen): der Austausch mit Menschen, die die gleiche Leidenschaft fürs Lesen aufbringen, das dauerhafte Festhalten der eigenen Leseeindrücke und die damit verbundene Möglichkeit, später auf frühere Lektüren zurückzublicken und die eigene Lesebiografie zu reflektieren.

3) Welche Perspektiven haben sich bisher aus der Tätigkeit als BloggerIn für Dich ergeben?

Mir geht es nicht darum, mit dem Blog zu Geld, Bekanntheit oder gratis Lesestoff zu kommen. Bedeutender finde ich, dass man als Blogger in Kontakt mit den Menschen tritt, die dafür zuständig sind, dass wir unserer Leseleidenschaft frönen können: Autoren, Verlage etc. Wir erhalten Einblicke in Welten, die „Nur-Lesern“ für gewöhnlich vorenthalten werden und das finde ich immer wieder unglaublich spannend. Außerdem habe ich durchs Bloggen viele liebe Menschen kennengelernt, die mich zum Teil seit Jahren begleiten und von denen ich einigen in diesem Jahr auf der Buchmesse erstmals „in echt“ begegnen werde.

4) Was sind deine Stärken und Schwächen beim Bloggen?

Schwächen fallen mir im Moment mehrere ein: Die Optik meines Blogs stört mich schon lange. Daher wollte ich, wie schon erwähnt, in diesem Monat eine Rundumerneuerung durchführen, was sich aber wohl noch um ein paar Monate verschieben wird, denn das Alltagsleben außerhalb der Blogosphäre hat nun einmal noch höhere Priorität – womit wir bei der nächsten Schwäche wären: Der Zeitmangel. Hier stapeln sich aktuell unzählige Bücher, die ich euch vorstellen möchte. Doch die letzten 12 Monate waren einfach zu stressig, zu schwer planbar und hielten ständig etwas anderes bereit, das mich vom Bloggen abhielt. Ich hoffe, dass bald mehr Ruhe einkehrt und ich somit endlich wieder mehr Zeit für den Blog habe, denn diese nun schon fast chronische Vernachlässigung nervt mich extrem.
Als Stärke sehe ich bei meinem Blog, dass ich nicht auf ein oder zwei Genres festgefahren bin und dadurch auch ganz unterschiedliche Zielgruppen erreichen kann. Ich finde es toll, dass ich auf meinem Blog Klassiker ebenso in den Fokus rücken kann wie Jugendbücher oder Fantasy und dadurch auch mit unterschiedlichen Lesern in Kontakt komme. Außerdem war mein Blog tatsächlich einer der ersten, die sich auch den Graphic Novels widmeten – damals (in den Jahren 2010/2011) waren Comics und Graphic Novels noch nicht allzu etabliert in den deutschen/deutschsprachigen Feuilletons und Blogs. Und ja, daher bin ich schon irgendwie ein wenig glücklich/stolz, dass ich mich bereits mit Graphic Novels beschäftigte, als sie noch nicht so „hip“ waren. 😉

5) Welcher andere Blog hat Dich besonders beeindruckt?

Es gibt einige Blogs, die seit Jahren einen festen Platz in meiner Blogroll haben und so mancher, der auf irgendeine Weise besonders hervorsticht. Einer meiner Favoriten war immer der Blog der Bücherphilosophin. Katarina hatte mich immer wieder mit ihrem vielseitigen Lesegeschmack begeistert und so manche Buchperle entdeckt, lange bevor sie in aller Munde war (z.B. „Where’d You Go, Bernadette“/“Wo steckst du, Bernadette?“ oder „Wild“/“Der große Trip“). Katarina habe ich daher auch etliche Bücher in meinem Regal (und auf der Wunschliste) zu verdanken. Sie war es beispielsweise, die mich dazu bewegen konnte, Alice Sebolds „Lucky“ zu lesen, an das ich mich lange nicht herantraute, weil ich fürchtete, dass das Thema mir zu sehr an die Nieren gehen würde.
Großartig finde ich auch immer wieder, was die oben bereits erwähnte Miss Booleana für uns bereithält. Ihr müsst wissen, dass ich in der Regel nur Blogs folge, die sich (nahezu) ausschließlich mit Büchern bzw. Literatur beschäftigen – Blogs ohne starke Fokussierung auf ein oder zwei Themen, die also z.B. einen bunten Mix aus Lifestyle, Kultur, DIY und Beauty anbieten, üben auf mich einfach keinen Reiz aus. Bei Miss Booleana ist das anders, was nicht zuletzt auch an der Art ihrer Themen liegt: Da gibt es beispielsweise Einblicke in künstliche Intelligenz, Manga und Anime, sogar ein paar Japanischstunden hat die liebe Bloggerkollegin untergebracht. All das wird noch dazu immer mit einer gelungenen Mischung aus Tiefe, Verständlichkeit und Humor präsentiert. Man lernt quasi etwas, hat Spaß dabei und kann sich austauschen – eine perfekte Kombination. 🙂

6) Hast Du ein aktuelles Lieblingsbuch oder eines, das Dich sehr geprägt hat?

Ein aktuelles Lieblingsbuch habe ich nicht – es gibt so viele großartige Bücher und auch mehrere, die mich über die Jahre hinweg geprägt haben. Dazu zählen vor allem „Die unendliche Geschichte“, „Alice’s Adventures in Wonderland“ & „Through the Looking-Glass“, Anne Franks Tagebuch, „20.000 Meilen unter dem Meer“  sowie diverse Märchen.

7) Nehmen wir an, Du hast die Möglichkeit, in einer Zeitmaschine zu reisen. Welches Jahr möchtest Du Dir näher ansehen und warum?

Es gibt viele Epochen und Ereignisse in der Vergangenheit, die ich unglaublich faszinierend finde. Die Geschichte von Jeanne d’Arc hat mich immer sehr interessiert, ebenso das alte Ägypten. Manchmal gibt es aber auch Momente, in denen ich einfach gerne in meine eigene Kindheit zurückreisen möchte – in eine Zeit, in der es keine Handys und kein Internet gab, als man bis spät in die Nacht Mario über den grünen LCD-Bildschirm des Game Boys hüpfen ließ oder Tetristürme baute, als man stundenlang gespannt vor dem Radio saß, um sein aktuelles Lieblingslied auf MC aufnehmen zu können, als man Hörspiele und Musik noch mit einem Walkman hörte und als man sich mit seinen Freunden bereits in der Schule feste Zeiten fürs Treffen am Wochenende ausmachen musste, da man nicht eben mal eine SMS schreiben oder per Handy anrufen konnte.

8) Was oder wen würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?

Auf jeden Fall meinen Kater und meinen Freund – die würden mir sonst zu sehr fehlen. Unter den Gegenständen würde sich so manches Nützliches finden (Messer, Behälter für Wasser, etwas womit man das Salz aus dem Meerwasser filtern kann, Kleidung, eine Decke, etwas zum Verarzten), aber natürlich auch ausreichend Lesestoff – nicht nur um Momente der Langeweile zu vertreiben, sondern auch um den Geist fit zu halten.

9) Was tust Du zuerst, wenn Du morgens / mittags / abends aufstehst?

Wecker ausschalten, Brille aufsetzen und meinen Kater füttern.

10) Bitte gib uns ein Beispiel für Glück in Deinem Alltag.

Glück kann viele Gesichter haben. Was mich im Alltag glücklich macht, sind zum Beispiel der erste warme und sonnige Frühlingstag nach einem langen, düsteren Winter; ein Regenbogen; der erste Marienkäfer oder Schmetterling des neuen Jahres – oder auch so etwas Simples wie zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein (z.B. wenn in meiner Tollpatschigkeit eines unserer teuren Vakuumteegläser herunterfällt und ich es gerade noch rechtzeitig auffangen kann 😉 ).

11) Hast Du ein Lebensmotto?

Grundsätzlich versuche ich tatsächlich immer nach der Goldenden Regel „Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu“ zu leben. Würden sich alle Menschen an diesen doch einfachen Grundsatz halten, gäbe es so einige Probleme und Ärgernisse weniger.
Außerdem habe ich mir den Erich-Kästner-Satz „Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch“ einverleibt. Das Leben ist so viel schöner, wenn man nie vergisst, die Welt durch Kinderaugen zu sehen und man sich die kindliche Neugier und Aufgeschlossenheit bewahrt.

Puh, das waren sie also, die Fragen von Sindy (die sie im Übrigen von Vanessa von Packing books from boxes übernommen hat). Doch damit nicht genug, denn Miss Booleana schulde ich noch sieben Fakten über mich. Mal schauen, was mir da so spontan in den Sinn kommt …

1) Ich bin ein Schisser. 😉 Ich habe Höhenangst, sofern ich nicht in einem komplett abgeschlossenen Raum und abgesichert bin (bei einer Fahrt im London Eye über 100m über dem Boden zu schweben ist toll, auf einer 1,5m hohen Leiter zu stehen dagegen ein Albtraum). Und ich habe Angst vor Spinnen – allerdings nicht so wie die meisten, die sich lediglich davor ekeln, sondern schon eine recht ausgeprägte Phobie: Je nach Spinnengröße und -art gerate ich unterschiedlich stark in Panik, zum Teil begleitet von flauem Magen, Gänsehaut, beschleunigtem Puls. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass ich in meiner Kindheit auch ein sehr gruseliges und widerliches Erlebnis mit einer ganzen Armee von Spinnen hatte.

2) Für mich ist meine (Noch-)Wahlheimat Erfurt mehr Heimat als mein tatsächlicher Heimatort, in dem ich geboren wurde und 22 Jahre meines Lebens verbrachte. In Erfurt bin ich verliebt, mein Heimatort dagegen ist eher eine Pflicht geworden – ich fahre hin, um Verwandte und Freunde zu besuchen, bin aber immer wieder froh, wenn ich der dortigen Tristesse und den nahezu durchweg negativ eingestellten und schlecht gelaunten Menschen entkommen kann.

3) Bis ich in die Grundschule kam, habe ich quasi nur mit Jungs gespielt, da es in meiner unmittelbaren Umgebung keine Mädchen in meinem Alter gab. Innerhalb der Wohnung spielte ich also mit Barbies und Polly Pocket, außerhalb kletterte ich auf Bäume und machte mich dreckig.

4) Wenn wir schon bei Genderthemen sind: Als Jugendliche habe ich auf der Play Station immer nur klassische Jungsspiele gespielt – „Need for Speed“, „Tony Hawk’s Pro Skater“, „GTA“ (damals noch in Vogelperspektive und nicht annähernd so realistisch und brutal wie die späteren Versionen 😉 ). Ich habe einen älteren Bruder und bin dadurch automatisch damit in Kontakt gekommen – blöd nur, dass sich die Mädels in meinem Freundeskreis für solche Themen so gar nicht begeistern konnten. Heute sind diese Spielerfahrungen aber ganz praktisch: Wenn ich in medienpädagogischen Projekten mit Jungs über Computerspiele rede und sie mitbekommen, dass ich solche „Jungsspiele“ selbst schon gespielt habe, finden sie das immer „cool“ und plötzlich bin ich in ihren Augen nicht mehr die erwachsene Frau, die von sowas eh keine Ahnung hat und sie sowieso nicht versteht. 😉

5) Ich rede gelegentlich im Schlaf. Eine Freundin hatte ich zu Abi-Zeiten mal damit geschockt, dass ich, als sie bei mir übernachtete, sagte, sie solle verschwinden. Zum Glück hat sie rechtzeitig gemerkt, dass ich das im Schlafmodus sagte, sonst wäre sie wohl mitten in der Nacht in ihren 15km entfernten Wohnort gefahren. ^^

6) Kennt ihr die Anime-Serie „Georgie“? Die lief in den ’90ern auf RTL II (wie so viele wunderbare Anime-Serien). Die Protagonistin, ein kleines, blondes Mädchen namens Georgie, lebt auf einer Farm in Australien und hat einen Koala als Haustier, was damals dazu führte, dass auch ich mir einen eigenen Koala wünschte. Heute träume ich zum Glück nur noch davon, wenigstens einmal eines dieser wuschligen Tiere „live“ zu sehen.

7) Und wenn wir schon bei Träumen sind, enden wir doch gleich damit: Ich liebe die Unterwasserwelt und seit ich klein bin, fasziniert mich der Gedanke, wie Kapitän Nemo in einem U-Boot durch die Ozeane und Meere zu fahren und die dortigen Wunder zu bestaunen. Eine kleine Weltreise, nicht über Land, sondern unter Wasser, bis in die Tiefsee – das wär’s. Glaubt mir, ihr würdet mich von den U-Boot-Fenstern nicht mehr wegbekommen – ich wäre wie ein Kind, das zum ersten Mal bewusst das Weihnachtsfest erlebt.

So, nun habe ich ganz schön viel geplappert und vermutlich mehr Unsinn als Interessantes preisgegeben. Egal. 😉 Zumindest wisst ihr nun Dinge über mich, die ihr ansonsten wohl nie erfahren hättet und die eigentlich nur engste Verwandte und Freunde kennen (bzw. kannten).