Ihr Lieben,

heute muss ich eure Aufmerksamkeit einmal auf ein ernstes Thema lenken. In den vergangenen Tagen hielten uns die Ereignisse in Paris in Atem. Auch Saudi-Arabien verurteilte den Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo als „feigen Terrorakt, der gegen den wahren Islam verstößt“ (zitiert von Zeit Online am 9. Januar 2015). Das saudische Königreich misst aber scheinbar mit zweierlei Maß! Denn zur gleichen Zeit verurteile Saudi-Arabien den Aktivisten Raif Badawi zu zehn Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben, weil Badawi auf seiner Website gesellschaftlichen und politischen Diskurs anregte und sich so für die Meinungsfreiheit einsetzte. Das saudische Königreich sah eine Beleidigung des Islams und eine Aufwiegelung gegen die staatlichen Autoritäten – und greift nun zu Maßnahmen, die keineswegs islamkonformer sind als der Terrorakt in Paris. Dabei hatte sich König Abdullah einst die Förderung der Menschenrechte in seinem Land zum Ziel gesetzt (vgl. u. a. Auswärtiges Amt)!

Bereits am vergangenen Freitag bestrafte man Badawi in aller Öffentlichkeit mit den ersten 50 Peitschenhieben – die übrigen 950 Hiebe sind für die kommenden Wochen angesetzt. Zudem hat man Badawis Anwalt Waleed abu al-Khair im vergangenen Jahr zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Ihr alle seid online aktiv, teilt sorglos eure Ansichten, diskutiert friedlich und offen – Raif Badawi tat nichts anderes. Also seht nicht weg, sondern setzt euch dafür ein, dass Badawi die gleichen Freiheiten hat wie ihr. Dafür müsst ihr nichts weiter tun, als an die saudischen Autoritäten appellieren! Amnesty International bietet euch die Möglichkeit, dies anonym und mit nur einem Klick zu tun.

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Per Klick aufs Bild gelangt ihr zur Kampagne von Amnesty International (© Juan Osborne für Amnesty International)