Normalerweise mache ich bei Blogstöckchen eher selten mit – vor allem wenn ein Stöckchen in kurzer Zeit über hunderte von Blogs gewandert ist, habe ich meist keine Lust darauf, das Stöckchen aufzuheben und weiterzureichen. Doch ein neues Jahr hat begonnen und so möchte ich das erste Stöckchen des Jahres, welches mir die liebe Bücherphilosophin Katarina zuwarf, nicht einfach so auf dem Boden liegen lassen – erst recht nicht, nachdem dieses den weiten Weg aus England antrat. Hier also meine Antworten auf die Bücherfragen:

  • Welches Buch liest Du momentan?

Im Moment lese ich wieder in „The Complete Wizard of Oz“, ein E-Book, das alle 14 Bände aus L. Frank Baums Oz-Reihe beinhaltet – erst gestern habe ich begonnen mit „The Lost Princess“ (Band 11) begonnen. Hierin stellt Dorothy, die mittlerweile in Oz lebt, fest, dass Prinzessin Ozma, die Herrscherin über Oz, plötzlich unauffindbar ist und auch niemand im Palast etwas über ihren Verbleib weiß – etwas, das für die Prinzessin höchst ungewöhnlich ist. Zudem sind über Nacht auch in anderen Teilen des Landes magische Dinge verschwunden – Dinge, bei denen ein Diebstahl eigentlich nur schwer oder gar nicht möglich ist.

  • Warum liest du das Buch? Was magst du daran?

„The Lost Princess“ bzw. „The Complete Wizard of Oz“ lese ich im Rahmen meines Leseprojekts „The Ozian Year“ – im Rahmen dessen wollte ich eigentlich im vergangenen Jahr alle Bücher der Oz-Reihe sowie die vier Bände der Wicked-Reihe lesen. Andere interessante Lektüren sowie etliche Enttäuschung in L. Frank Baums Oz-Reihe sorgten jedoch dafür, dass ich mich meinem Vorhaben nicht ganz so intensiv widmete wie geplant und mein Ziel folglich nicht erreichte. Daher setze ich das Projekt in diesem Jahr fort. Tatsächlich ist „The Lost Princess“ der zweite Oz-Band, den ich in 2014 lese – und sowohl Band 10 als auch Band 11 (bis jetzt!) sind deutlich besser als die meisten Vorgänger der Reihe. Im aktuellen Band gefällt mir, dass es kein ewiges Vorgeplänkel gibt, sondern das Problem bereits im ersten Kapitel auftaucht und so von Anfang an Spannung erzeugt wird – ich hoffe, „The Lost Princess“ bleibt weiterhin so fesselnd …

  • Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich an die Geschichten erinnern?

Oh ja, natürlich! Was wäre eine Kindheit ohne Vorlesen? Hauptsächlich gab es bei mir Pixi-Bücher. Besonders mochte ich hier die Bücher von Gunilla Wolde: „Totte verkleidet sich“, „Totte und Monika“, „Totte räumt auf“ oder auch „Karins kleiner Bruder“ waren geliebte Abendlektüre. Mein absoluter Pixi-Favorit war jedoch Susanna Hartmanns „Max der kleine Elefant“: die Geschichte eines Stoffelefanten, der unter den anderen Spielzeugen ein Außenseiter ist, aber dann zum Helden wird. Ihr seht also: Die Vorliebe für Geschichten mit Protagonisten, die eher zu den Außenseitern gehören, hatte ich schon damals.

Abgesehen von Pixi-Büchern gab es natürlich noch andere Vorlesebücher – Märchen gehörten jedoch nicht dazu, denn die wurden mir nie vorgelesen, sondern immer aus dem Gedächtnis heraus erzählt 🙂

  • Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den/ die du mal regelrecht verliebt warst?

Hach, das ist so eine Frage, die Leseratten gern gestellt wird und irgendwie finde ich sie immer etwas komisch. Gibt es das wirklich, dass jemand sich in einen Charakter aus einem Buch verliebt? Mir ist so etwas jedenfalls nie passiert. Aus den meisten Büchern, die ich gelesen habe, sind mir allerdings auch vorwiegend die Ereignisse und Emotionen im Gedächtnis geblieben statt der Figuren.

  • In welchem Buch würdest du gerne leben?

An dieser Stelle möchte ich gerne Katarina zitieren, die meine Gedanken zu dieser Frage schon treffend formuliert hat: „letztlich leben wir Leser doch alle in Büchern, wenn auch nicht immer nur in ein und dem selben.“ Dem stimm ich gänzlich zu – jede Geschichte ist für mich eine kleine Reise in das jeweilige Buch und von jeder Lektüre nehme ich etwas in meine eigene Welt mit. Abgesehen davon: Was nützt es mir, für immer in einem meiner Lieblingsbücher zu leben, wenn ich all die mir wichtigen Menschen aus meinem wahren Leben nicht in die andere Welt mitnehmen könnte? Glücklich würde ich dann jedenfalls nie in der Romanwelt werden, wie wunderbar sie auch sein möge.

  • Ein Lieblingssatz aus einem Buch?

Es gibt so viele Textstellen, die mir gefallen. Einige davon konntet ihr in den letzten drei Jahren im Rahmen der Challenge „Gesammelte Schätze“ kennenlernen. Daher sei hier ein Lieblingszitat genannt, das aus meiner Prä-Blog-Ärä und zudem aus einem meiner Lieblingsbücher stammt – es hat keine besondere Tiefe, keine bedeutende Botschaft, und doch ergibt es in seiner Verrücktheit schon wieder Sinn:

„Contrariwise […] if it was so, it might be; and if it were so, it would be but as it isn´t, it ain´t. That´s logic.“

(Lewis Carroll: „Through the Looking-Glass“)

So viel zu mir. Nun hole ich kräftig Schwung und werfe das Stöckchen weiter zu „Fremde Welt“ und „Booksandmore81“, auf deren Antworten ich schon gespannt bin.