Vor mehr als zwei Wochen berichtete ich euch von der Bücher-App „Riffle“, die zumindest von größeren US-Medien reges Lob bekam, aber deren technische Probleme mir ein Anmelden unmöglich machten. Seit gestern habe ich nun tatsächlich Zugriff auf die über Facebook nutzbare App – nach langem Warten, mehreren Versuchen, einen Zugang freizuschalten und zwei Nachrichten an Riffle via Facebook. Auch andere User hatten in dieser langen Phase des Wartens Probleme, sich erfolgreich zu registrieren. Technische Probleme gibt es natürlich überall einmal, doch wenn diese sich über Wochen hinweg ziehen, sollte man sich dieser Fehler doch mal annehmen bzw.  hätte man das Programm vor seiner Veröffentlichung gründlicher testen sollen. Nun denn, die Mitarbeiter wollten oder konnten die Probleme scheinbar nicht beheben, stattdessen baten sie darum, ihnen die Mail-Adresse, mit der man bei Facebook registriert ist, zukommen zu lassen. Gesagt, getan. Nach mehr als einer Woche war jedoch noch immer nichts geschehen – keine Antwort, kein App-Zugang und da es nirgends eine E-Mail-Adresse oder ähnliches zur Kontaktaufnahme gab, konnte ich es nur noch einmal per Facebook probieren. Gestern schließlich erreichte mich dann eine Mail, die mir den Zugang ermöglichte.

Ob sich der ganze Trubel gelohnt hat?! In meinen Augen: Nein, da die Möglichkeiten doch recht begrenzt und unspektakulär sind. Man kann sich ein eigenes Profil anlegen, erhält Buchempfehlung basierend auf den Lieblingsgenres und der bisher gelesenen  Bücher. Daneben existieren unter dem Titel „Labs“ Checklisten wie „30 Bücher, die man lesen muss, bevor man 30 ist“ oder „Du hast den Film gesehen, aber auch das Buch dazu gelesen?“ – diese kann man entsprechend durchgehen, um herauszufinden, wie sehr diese Listen mit der eigenen Lese-Biografie übereinstimmen oder sie auch als challenge-ähnliche Anregung nutzen. Zusätzlich finden sich Fragen zu Lieblingsbüchern einer bestimmten Gattung oder zu bestimmten Leseerfahrungen und Themen. Maximal drei Bücher darf man hier angeben, um seinen Riffle-Freunden zu zeigen, welche Bücher man beispielsweise mit den Orten seiner Kindheit verbindet. Fragen und Checklisten sind jedoch nur in sehr geringer Anzahl vorhanden, weshalb diese Funktion auch schnell durchgegangen ist und ihren Reiz verliert.

Um dem Ganzen eine SOCIAL Media-Note zu verleihen, bietet Riffle die Möglichkeit, anderen Nutzern zu folgen, wobei man automatisch mit Registrierung das Riffle-Team in der eigenen Follow-Liste hat.

Insgesamt ist das alles also sehr überschaubar und nicht gerade weltbewegend. Man kann seine Bücher etwas verwalten, eigene Listen erstellen, Empfehlungen aussprechen und das eigene Leseverhalten mit dem anderer vergleichen, aber das alles ging auch schon vorher ohne die App. Ich hätte mir daher einen besseren Umsatz des Social Reading gewünscht, bspw. in Form von Diskussionen zu Büchern oder gemeinsamen Leseprojekten mit den Riffle-Freunden. Ein wirklicher Austausch findet im Übrigen auch nicht statt – es ist eher eine passive Gesellschaftlichkeit. Weiterhin hätte ich mir etwas mehr Interaktivität gewünscht, Verknüpfungen zum eigenen Blog, eine Art Lesechronik/ -dokumentation oder auch einfach das Festhalten bestimmter Gedanken zu einem Buch in Form von Notizen, Zitaten und anderem, ähnlich einem Lesetagebuch.

Weiterer Kritikpunkt: Aufgrund der Quelldatenbank, die Riffle nutzt, sind nicht alle Bücher in der App zu finden – deutsche Exemplare, v.a. neuere, gibt es nur wenige. Wer also hofft, mit Riffle auf tolle neue Bücher deutscher Autoren oder auch nur deutsche Ausgaben eher unbekannter Autoren zu stoßen, wird enttäuscht.

Fazit:

Ich werde Riffle noch ein wenig ausprobieren und hoffe, dass sich vielleicht doch die ein oder andere spannende Funktion findet bzw. die Entwickler sich noch etwas Cleveres einfallen lassen. Momentan gibt es aber leider zu viele Mankos, sowohl technischer als auch inhaltlicher Art, weshalb ich Riffle bislang nicht wirklich empfehlen kann. Sollte ich wider Erwarten doch noch positive Erlebnisse mit dieser App haben, lasse ich es euch selbstverständlich wissen! 🙂