Ich weiß nicht, wie sie es macht, aber Ideen scheinen ihr nur zuzufliegen und das Schreiben geht ihr scheinbar auch schnell und einfach von der Hand – trotz der komplexen Themen und in der Regel recht umfangreichen Seitenzahlen. Während die deutsche Übersetzung zum 2010 erschienenen „House Rules“ („In den Augen der anderen“) erst vor wenigen Monaten auf den Markt gebracht wurde, hat Picoult in dieser Zeit eifrig weitergearbeitet: 2011 erschien „Sing You Home“, nebenbei übernahm sie eine Statistenrolle in der Verfilmung ihres Romans „Salem Falls“ und schrieb an zwei weiteren Büchern – dem ab März erhältlichen „Lone Wolf“ und gemeinsam mit ihrer Tochter an deren im Juni erscheinenden Debütroman „Between The Lines“. Man müsste meinen, dass Jodi Picoult sich irgendwann auch mal eine Pause gönnt. Doch das Schreibfieber lässt sie scheinbar nie los. Denn während ihr Verlag „Atria Books“ noch im Produktionsprozess der beiden kommenden Bücher steckt, schreibt Picoult schon wieder fleißig an einer neuen Geschichte für ihre treuen Leser, welche gleich zwei Thematiken enthält, die zumindest mich schon jetzt ganz ungeduldig auf das Buch werden lassen: „The Storyteller“ handelt von Josef Weber, einem Mann, der seine gute, jüngere Freundin Sage um Sterbehilfe bittet und glaubt, den Tod zu verdienen, weil er im Zweiten Weltkrieg Mitglied der SS war. Nun gibt es Leute, die von all den Geschichten und dem Gerede über das Dritte Reich genug haben und mit all dem in Ruhe gelassen werden wollen. Ich persönlich gehöre nicht zu diesen Menschen und bin gespannt, wie Picoult das Thema angeht. Wer daher ebenso neugierig ist, wie ich es bin, kann einen ersten Eindruck zu „The Storyteller“ in der Leseprobe auf Picoults Homepage bekommen.

Ansonsten frage ich mich, ob „Atria Books“ bei so eifriger Schreibarbeit überhaupt noch mit dem Lektorat und der Produktion hinterher kommt und natürlich ist es noch fraglicher, wie unsere deutschen Verlage da einigermaßen aktuell bleiben wollen, wenn es ein Jahr für das Übersetzen und Veröffentlichen einer deutschen Ausgabe dauert und „Sing You Home“ bislang scheinbar bei Picoults üblichen deutschen Verlagspartnern Bastei Lübbe und Piper noch nicht mal im Gespräch ist …