Viel zu lange ist es her, dass ich euch besondere Schätze aus meinem Regal vorgestellt habe. Heute gibt es daher ein noch ganz frisches Buch für euch: Craig Thompons Graphic Novel „Habibi“. Letzte Woche Montag landete das gute Stück in meinem Einkaufsbeutel – zu diesem Zeitpunkt lag es auch erst wenige Stunden in unserer Stammbuchhandlung aus und war noch dazu das einzige Exemplar!

„Habibi“ kann es in Größe und Umfang locker mit Luthers Bibel aufnehmen, doch auch inhaltlich gibt es Parallelen: Thompson erzählt in seinem grafischen Roman die Geschichte zweier Sklavenkinder, die Freundschaft und später auch Liebe verbindet, ganz nebenbei erfährt der Leser auch noch etwas über Christentum und Islam. Alles Themen, mit denen man mich immer wieder auf ein Buch neugierig machen kann. Doch mein Herz wurde vorrangig von der Optik beflügelt: Allein das Cover schreit förmlich nach Orient und noch dazu fässt es sich sooo gut an – glatt und weich. Die Geschichte selbst ist in Schwarz-Weiß gehalten. Normalerweise bevorzuge ich zwar mehr Farbe (erst recht bei solchem Seitenumfang), doch die einzelnen Bilder sind so detailreich und ausdrucksstark, dass sie mich auch so überzeugten.

 

Der einzige Nachteil am Buch: Seitdem ich es in der Buchhandlung entdeckte, möchte mein lieber Lars es mir immer wieder streitig machen – unaufhörlich beharrt er darauf, dass die Graphic Novel ihm gehören müsse. Denn nicht nur gefällt sie ihm ebenso gut wie mir, Lars hat erst kürzlich auch ein anderes Buch von Thompson gelesen. Natürlich handelte es sich dabei um „Tagebuch einer Reise“, eine Graphic Novel, in der der Autor seine Erlebnisse in Marokko und Europa schildert, wo er sich für drei Monate im Rahmen seiner Recherchen zu „Habibi“ aufhielt. Lars kennt also die genauen Hintergründe zu meiner neuen Lieblings-Graphic-Novel und erhofft sich nun ein Anrecht auf „Habibi“. Nur gut, dass ich das Buch bezahlt habe und der Eigentümer somit eindeutig ist.

… Und Lesen darf Lars ja dennoch in „Habibi“ – so egoistisch bin ich schließlich nicht. 😉