Sicherlich haben einige von euch gemerkt, dass ich mich durch die Sonderausgabe von Poes „Unheimliche Geschichten“ regelrecht in die Kunst von Benjamin Lacombe verliebt habe. Dass immer häufiger auch Buchprojekte (u. a. „Schneewittchen“, „Der Glöckner von Notre Dame“ sowie sein eigenes Werk „Lisbeth, die kleine Hexe“) aus seiner Feder stammen, finde ich daher umso wundervoller.

Lacombes neueste Kreation ist ein Bilderbuch über Feen. Dieses gibt es bislang nur in Englisch („The Fairy Herbarium“), Französisch („L’Herbier des Fées“) und Spanisch („El Herbario des las Hadas“), dafür aber in zwei Formaten: E-Book und Hardcover. Das „richtige“ Buch überzeugt dabei durch klassische Bilderbuchelemente wie den Zwischenseiten, die Details der Folgeseite verbergen oder diese in neuen Kontext setzen. Wer sich – wie ich anfänglich – fragt, wie man so etwas in einem zweidimensionalem E-Book umsetzen möchte, dem sei gesagt: Es geht! Es gibt diverse Effekte und Spielereien – und natürlich ist alles in Farbe. Womit wir auch schon bei dem entscheidenden Nachteil wären: Lacombes E-Book ist nur für das „iPad“ geeignet. Besitzer andere E-Reader  haben hier das Nachsehen. Zu schade, dass es so viele tolle E-Books gibt, die aber nie für die Reader (die ja für ebendiese digitalen Bücher konzipiert wurden) erhältlich sind, sondern immer nur für die Trendmarke „Apple“ geeignet sind, also für Geräte, die ursprünglich gar nicht für diesen Zweck hergestellt wurden. Doch manche (wenn nicht gar die meisten) Bücher sind als physisch greifbares Werk sowieso viel eindrucksvoller und fesselnder als eine nicht-körperliche, digitale Version.