Gwendolyn hat es wahrlich nicht leicht, denn nicht nur kann sie Geister sehen und durch die Zeit reisen, nein, man trachtet ihr auch noch nach dem Leben. Als wäre dies nicht schlimm genug, hat Gideon ihr nun auch noch gestanden, dass es die ganze Zeit seine Absicht war, Gwenny in ihn verliebt zu machen. Sollen seine Küsse, Liebesbezeugungen und die geteilten Momenten nur eine Farce gewesen sein? Soll er sie die ganze Zeit nur belogen und betrogen haben? Am Böden zerstört und zutiefst verletzt möchte Gwenny jetzt nur noch drei Dinge tun: sich im Bett vergraben, sich im Selbstmitleid baden und ihrer besten Freundin Leslie von früh bis spät das Herz ausschütten. Doch dazu bleibt ihr leider nicht viel Zeit. Zum einen muss sie diese geheime Truhe ausfindig machen, die ihr Großvater in ihrem Haus für sie versteckte (wer das Rätsel am Ende von Band 2 gelöst hat, weiß, worum es sich handelt!). Zum anderen muss sie wohl oder übel mit Herzensbrecher Gideon immer wieder eifrig durch die Zeit reisen. Dass diese Ausflüge kein Zuckerschlecken werden und Ärger vorprogrammiert ist, ist verständlich.

Und zwischen Liebeskummer und Zeitreise-Verpflichtungen muss sich Gwendolyn immer wieder aufs Neue fragen, wem sie überhaupt noch trauen und glauben kann. Die ganze Welt scheint sich gegen sie verschworen zu haben. Aber zum Glück gibt es Wasserspeierdämon Xemerius, Leslie und einige weitere Verbündete, die alles tun, um Gwenny zu helfen.

Mit wachsender Vorfreude wurde auf den dritten – und leider letzten – Band der Edelstein-Trilogie gewartet. Entsprechend hoch waren da natürlich auch die Erwartungen. Auch bei mir. Zugegeben ich hatte ein klitzekleinesbisschen Angst, dass die Geschichte um Gwenny, Gideon und Co. nicht so lustig und fesselnd weitergehen könnte. Und zu Beginn des Buches haben mir auch tatsächlich noch die vertrauten Witze und ausgefallenen Augenblicke gefehlt. Aber ich – und die anderen Leser – sollte(n) nicht enttäuscht werden. Der dritte Band steht seinem Vorgänger in nichts nach. Und genau wie in letzterem ist es wieder sehr einfach, in das Geschehen einzusteigen – auch wenn man einiges vergessen haben sollte oder sogar ganz neu in die Serie einsteigt.

Die Sprüche – besonders von Xemerius – sind wieder einmal grandios und es darf viel gelacht, gegrübelt, aber auch geweint werden. An Spannung und Geheimnissen fehlt es selbstverständlich. Denn schon nach kurzer Zeit überschlagen sich die Ereignissen und es passiert so viel Aufregendes. Ja, es gibt sogar Momente, in denen einem der Atem für ein paar Minuten wegbleibt. Und das Ende, das ist viel zu früh da und hält so einige Überraschungen bereit, die aber endlich alles erklären und logisch erscheinen lassen.

Kerstin Giers Edelstein-Trilogie hat einfach alles, was ein gutes Buch ausmacht: Humor, Spannung, einen runden, leichten Schreibstil, eine durchdachte, flüssige Handlung, überraschende Wendungen und wunderbare Charaktere! Gwenny, Gideon und all die anderen muss man einfach lieben. Die Charaktere sind allesamt so individuell und zum Großteil auf ihre Art und Weise ausgefallen. Gideons und Raphaels Charme erliegt wohl jedes Mädchen, egal, welchen Alters – auch wenn man Gideon ja  des Öfteren für sein Verhalten in den Allerwertesten treten wollte. 😉 Und Gwen kann man nur sympathisch finden, auch wenn sie ein wenig melodramatisch sein kann. Aber sie einfach so erfrischend und natürlich und erinnert einen immer wieder an die eigene Teenagerzeit, als man aus den Jungs nicht schlau wurde und mit sich selber auch nicht immer ganz im Reinen war. Ja, so ein Stück Gwen steckt wohl in jeder Frau. Und genau das macht die Bücher auch so liebenswert. Denn trotz der Zeitreise-Thematik ist die Geschichte einfach so glaubwürdig und aus dem Leben gegriffen und voller Lebendigkeit. Es ist einfach zu schade, dass die nun alles vorbei ist. Viel zu schnell verging die Zeit mit Gwen, Gideon, Leslie, Raphael und Xemerius. Besonders letzterer hat es mir angetan. Dieser auf den ersten Blick griesgrämige, freche Dämon ist auf seine Art so lieb und großherzig. Abgesehen davon sorgt er regelmäßig für die Auflockerung angespannter Situationen und ununterbrochen gute Laune. Ein bisschen kann man Gwenny um ihn ja beneiden. 😉

Man kann Kerstin Gier eigentlich nur dafür danken: Dafür, dass sie Xemerius erschaffen hat; dafür, dass sie uns in unsere eigene achterbahnmäßige Teenagerzeit zurück entführt und natürlich für all die wunderbaren Momente, die man mit diesen bezaubernden Charakteren erleben darf. Bitte mehr davon!!! 🙂

Fazit:

Hinreißend, fabelhaft und einfach herzallerliebst!

LESEN! LESEN! LESEN!