In den letzten Tagen habe ich „Beim Leben meiner Schwester“ gelesen. Ich hatte Jodi Picoults Roman zwar schon auf Englisch gelesen, wollte es aber noch einmal auf Deutsch durchgehen, um mir über die ganzen medizinischen Begriffe und Zusammenhänge noch etwas klarer zu werden.

Irgendwie war ich von der deutschen Übersetzung dann aber ganz schön enttäuscht! Denn zum Einen ging sehr viel vom Feeling verloren – die Atmosphäre kam im englischen Original besser zur Geltung, der Schreibstil war flüssiger, melodischer als im Deutschen – und zum Anderen kamen manche Stellen anders rüber, so gab es etliche Momente, die im Original viel lustiger oder emotionaler wirken. Auch bei einigen meiner Lieblingssätze (ich liebe es ja, zu zitieren und notiere mir gute Textstellen 😉 ) war ich nicht ganz so berührt wie im Englischen – manche Sätze waren so tiefgründig und schon fast philosophisch, wirkten im Deutschen aber irgendwie platt und lahm. Schade, dass eine Übersetzung die Stimmungen einer Geschichte so beeinflussen und verändern kann…

Schlimmer fand ich aber noch, dass der Text ganz schön gekürzt wurde – es fehlten nicht nur hier und da ein paar Worte oder Wortgruppen, sondern teilweise mehrere Sätze und sogar ganze Abschnitte! Im Buch steht zwar „Ungekürzte Taschenbuchausgabe“, doch wenn ich manche Abschnitte miteinander verglich, fehlte des Öfteren etwas in der deutschen Ausgabe! Ich könnte euch auch ein paar genaue Stellen nennen, wenn ihr drauf bestündet, allerdings hab ich „Beim Leben meiner Schwester“ jetzt schon bei Tauschticket eingestellt und somit ist es nicht länger in meinem Besitz. 😉 Aber wenn ihr mir nicht glaubt, nehmt euch eine deutsche und englische Ausgabe zur Hand und vergleicht intensiv!